back/zurück

WERKBLÖCKE / EINZELPOSITIONEN

KÜSTEREOGRAMM

DETAIL

Created with Sketch.

Seit 1970 bearbeite ich durch mechanische
Einflussnahmen die Vorder- und- / oder
Rückseiten von unbelichteten Fotopapieren
und Filmen. Durch Knickungen, Prägungen,
Lochungen oder durch Frottagen, z.B. durch
festes Andrücken auf gefundene Objekte aus
unterschiedlichen Materialien, oder auf zuvor
präparierte und komponierte Oberflächen
aus Holz, Metallen und anderen Materialien
wird das Fotomaterial in der Dunkelkammer
mechanisch (vor-)geformt.

Danach werden diese Papiere (oder seltener
auch Filme) aus einem zuvor erprobten
Winkel belichtet, oft nur mit dem Licht eines
aufflammenden Feuerzeugs oder einer schräg
zum Belichtungsobjekt gerichteten Lampe. Die
so entstandenen Schatten werden bei Negativ-
Material während des Entwicklungsbades
in ihr helles Gegenteil verkehrt; die Spur des
Lichtscheins erscheint nach der Entwicklung
dunkel bzw. schwarz. Bei positiv beschichtetem
Fotomaterial (Autoreversal) verhält es sich
umgekehrt. Nach dem Entwickeln, Stoppen,
Fixieren, Wässern und Trocknen sind dann
die von mir bisher so genannten „Luminoplastischen
Reliefs“(abgekürzt „LPR“) fertig.
Inzwischen entschied ich mich, diese auch
räumlich wahrnehmbaren Fotogramme
„Küstereogramme“ zu nennen. Die fotografisch,
also durch Licht erzeugten Schatten
verstärken, so paradox es klingen mag, die
Wahrnehmung einer Räumlichkeit, deren Dreidimensionalität
hier aber nun keine Illusion
(wie in der Kamera-Fotografie) mehr ist. Das
Fotopapier, welches doch üblicherweise als
Bildträger der Kamera-Fotografie dient, ist auf
die geschilderte Weise selber zum wirklich
plastischen Bild geworden. KK.

Serie Ersatzhandlungen, aus 2019

Klaus Küster Kunst/ KÜSTEREOGRAMM

Ersatzhandlung 5

Klaus Küster Kunst/ KÜSTEREOGRAMM

Ersatzhandlung  6


 FOTOSCULTURA 

DETAIL

Created with Sketch.

Über vier Jahrzehnte beschäftige ich mich u.a.
mit der Räumlichkeit von Oberfläche(n).
Ähnlich meinen älteren„Luminoplastischen
Fotogrammen“, sind es in den jüngeren
Arbeiten kamera-fotografisch erzeugte
Räumlichkeiten, die ich partiell in räumliche,
zumeist doppelbödige Papier/Holz-Objekte
übersetze. Diese Methode nenne ich seit 2000
„Fotoscultura“. Die Wahl eines italienischen
Wortes ist u. A. auch eine späte Anspielung
auf die Bilder „concetti spaziale“ des Italieners
Lucio Fontana (1899-1968).
Die Fotografie birgt in diesen Arbeiten (im Papier
ihrer Fläche) eine reale, nichtfotografische
Räumlichkeit, welche hier in der Reproduktion
oder im Buch nicht erkannt wird (es sei denn,
man weiß um ihre Methode). Sie ist nur in
der unmittelbaren, visuellen Rezeption des
Bildes (durch die Bewegung des Betrachters)
zu erfahren. KK.

Serie Postamorph I u. II, aus 2017, 50,5 x 75,5 cm

Klaus Küster Kunst/FOTOSCULTURA

Postamorph.I.  

Klaus Küster Kunst/FOTOSCULTURA

Postamorph.II. 

Serie Kooperation, 2012-2013, verglast, je 40 x 50 cm

Klaus Küster Kunst/FOTOSCULTURA

A I

Klaus Küster Kunst/FOTOSCULTURA

A II

Klaus Küster Kunst/FOTOSCULTURA

A III